Donnerstag, November 02, 2017

Ich261

Das Geräusch einer Dusche. Kaffeegeruch. Die langsamen Morgende als Summe. Bei Youtube erzählt S. von ihrem Leben. Ich mochte S. einst, aber jetzt ist zuviel Youtube.

Wir sitzen etwas später auf der Bank und du spuckst aus Verachtung auf den Boden. Der Flatschen wird lebendig, bedankt sich bei dir und geht zur Arbeit. Du fragst mich, was wir brauchen. Mir fällt Haltung, innere Freundlichkeit und Medienkompetenz ein.

Ich sitze alleine rum. Der Flatschen kommt von der Arbeit und will jetzt Freizeit. Er ist etwas böse, weil die Arbeit etwas böse ist. Er tanzt, näht, spielt Flöte und geht zum Yoga. Nichts bringt Frieden.

Ich gehe zu dir, aber du bist nicht da. Der Duschstrahl hämmert mir aufs Hirn, das ich fortspülen mag. Dummheit, Boshaftigkeit und Niedertracht, so meint der Flatschen, sind die Grundpfeiler unserer Existenz. Ich kapiere. Kapitulieren gehört zum guten Ton. Gute Töne kannst du kaufen. Eingeschweißt in Cellophan.

Ich schaue ein Video, in dem S. interviewt wird. Ich habe 3 Platten von ihr, aber sie schafft es nicht, mich noch von irgendwas zu überzeugen in ihrer abgeblichen Ungebeugtheit.

Ich gehe vor die Tür und spucke auf den Boden und werde am nächsten Morgen von genau diesem Flatschen angegriffen.

Keine Kommentare: