Donnerstag, Februar 22, 2018

Ich326

Das müde Mädchen

Der Vater war schon müde
kaum die Mutter zu erwähnen
auch die Großeltern im Halbschlaf
ergo, es liegt ihr in den Gähnen

Donnerstag, Februar 01, 2018

Ich 325

tell someone you love them
today
tomorrow
maybe day after tomorrow

if not possible
don´t break
tell yourself
you
love yourself

don´t miss yourself

tell the people
tell them

try
to
set
yourself in position
to love you
be
beautiful
today

Ich324

?

was wir brauchen, ist die fähigkeit des menschen seinen verstand in vernunft zu transformieren
was wir haben ist die möglichkeit die fähigkeit des menschen seinen verstand in vernunft zu transformieren
was geschieht ist dschungelcamp

Sonntag, Januar 21, 2018

Ich323

Wenn man Menschen hilft, die umziehen, entsteht manchmal eine seltsame Sehnsucht, auch wegzuwollen. Seinen Hausrat in ein Auto und irgendwo neu anfangen. Aber das ist feige, wenn man einen Ort verlässt, an dem man noch einige Baustellen betreibt. Ich bleibe und schaue zu, wie andere gehen. Wie deren Leben besser wird. Mein Leben steht an der Bushaltestelle.

Dienstag, Januar 02, 2018

Ich322

Ich hab nie recherchiert für Bücher. Immer nur ins Leben gelangt und gehofft, dass es ausreichend ist, so zu sein. Und heute: 3 Sätze geschrieben. Alle hoch und wackelig. Einsturzgefährdet. Ich scheiß auf die Regeln, wie man einen großen Roman schreibt. Greife weiter ins Leben.

12.50 Uhr: Ich springe auf einem Trampolin. In einer therapeutischen Einrichtung. Augen geschlossen, so kommt es einem vor, als flöge man ins unlimited Weltall.

13.08 Uhr: Ich schreibe einen vierten Satz.

Montag, Januar 01, 2018

Ich321

Gutbestes Silvester. Allen Leserinnen und Lesern: Happy 2018. Da ich nicht das Zeug zum Influencer habe, ziehe ich mich aus dem Blogbusiness zurück. Werde einen Roman schreiben. Ab und zu werden hier Sachen zu lesen sein, aber nur, wenn es wirklich was gibt, was leuchtet.

Liebe,
d.

Sonntag, Dezember 31, 2017

Ich320

Fiesta. Den ganzen Tag schon. Jetzt Weißwein. Auf der Straße lachen die Leute Dein Lachen. Ich höre sentimentale Musik, damit ich meinem Rausch gerecht werde. Bis bald, Asphalt.

Samstag, Dezember 30, 2017

Ich319

Lass uns einen Moment drüber reden.

Worüber?

Über das Problem der Ernsthaftigkeit.

Ich habe kein Problem.

Vielleicht reicht ein Moment nicht aus.

Wieviel Zeit brauchst Du?

Jetzt und danach.

Bitte.

Freitag, Dezember 29, 2017

Ich318

Der Typ in der Bibliothek, der die Bücher einsortiert, scheint ein Problem zu haben. Er ist kein Typ für Pärchen Vintage Bilder, sondern eher der Mann, den man sich in einer heizungslosen Holzhütte im Wald vorstellt. Er knechtet einen Wagen durch die Gänge und ist auffällig laut beim Einsortieren der Bücher. In der Bibliothek ist sonst immer alles leise. Niemand redet, ab und zu ein Räuspern. Ich liebe diesen Mann für den bulligen Gegenentwurf, den er darstellt. Zornig im Bücherwald.

Donnerstag, Dezember 28, 2017

Ich317

Schreiben brodelt. Da will was raus. Wie aus den Lungen eines Sterbenden. Ich warte noch auf den guten Moment. Auf ein paar Tage Zeit. Bis der Druck so weh tut, dass die nächste Sekunde Unaushaltbarkeit verheißt. Sich Zeit lassen, das Brodeln angucken, darin einen Rhythmus erkennen.

Mittwoch, Dezember 27, 2017

Ich316

Die Verästelungen des Baums, den ich vom Bett aus sehen kann. Die Natur funktioniert. Ich könnte auch.

Dienstag, Dezember 26, 2017

Ich315

Wortkargheit ist in Westfalen üblich. Sprechen ist manchmal kauen, husten oder nicken. Hier habe ich Schweigen gelernt und alles, was ich weiß.

Montag, Dezember 25, 2017

Ich314

Waldspaziergänge helfen gegen die Aussicht auf unangenehme virtuelle Realität. Wie sieht mein Tag 2031 aus? Hab ich dann noch Sehnsucht nach anderen?

Sonntag, Dezember 24, 2017

Ich313

Die beste Rache, hab ich mal gehört, gegen alle, die mir subjektiv Unrecht getan haben, ist wohl, ein gelingendes Leben zu führen. Wie schwierig das ist, merke ich beim Versuchen. Raus aus dem Opferstatus, hinein in eine Idee von einem selbst, die es noch gar nicht gibt. Ich denke rückwärts und wie schön es war, mit ihr zu tanzen. Warum Rache, wenn das Standbild davon viel zu schön ist?

Samstag, Dezember 23, 2017

Ich312

Der Tischschnaps war Franzose. Cassis. Er wollte mich unter einer Welle aus Glück beerdigen. Wir redeten viel. Über die Zeit, in der unsere Eltern sterben werden und wie wir damit umgehen müssen. Niemand weiß so recht. Die Realität ein bisschen weglachen. Immer aber am Puls sein. Wir lachen viel. Keiner hat eine richtig gute Idee von einer gesunden Zukunft. Wir erkennen Fehler. Wir wissen nicht, wer sie zerstören kann.

Auf dem Heimweg sehe ich in der U-Bahn einen Schatten, der wie ich in zwei Jahren aussieht.

Freitag, Dezember 22, 2017

Ich311

In Anbetracht dessen, was es überhaupt zu fühlen gibt, ist da gerade wenig los. Ich werde das dumpfe Gefühl nicht los, Teil einer Elefantenherde zu sein, die schon mal losgerannt ist.

Donnerstag, Dezember 21, 2017

Ich310

Schlechte Träume. Ein Pferd. Brutal. Alle kaputt. Das ganze Dorf zerstört. Das Fest vorbei. Für immer. Dann als Abspannmusik, versöhnlich: The Cure - A letter to elise. Hilft. Erinnerungen an mich. Dancefloor. Put your hands in the sky. Usw. Dann aufgeräumt. Weiterleben. Pferde meiden.

Mittwoch, Dezember 20, 2017

Ich309

Eine neue seltsame Art von Einsamkeit ist in mein Leben getreten. Immer komisch, wenn irgendwas ins Leben tritt und das Leben dann kurz so wegspringt, dann aber immer noch funktioniert. Also die Einsamkeit von der ich rede entspricht in etwa dem Gefühl mit Jogginghose vor seinem Laptop zu sitzen, von 5 möglichen Stunden nur eine halbe zu schreiben und die restliche Zeit irgendwo in den Untiefen des Internets zu verbringen, ohne jetzt überhaupt mal den Effekt von Mehrwert spüren zu wollen. Danach und davor guckt man einfach und liegt und denkt ein bisschen, aber nicht zu schwierig.

Ich habe eine Postkarte erhalten, die mich angefasst hat.

Nein, nicht schwierig denken, nur da liegen, Kopf aus, Musik an und dem Leben die Chance geben, einfach mal über einen herzufallen. Schicksalsschläge gab es zuletzt einige, aber das komische an ihnen war, das mich keiner wirklich berührt hat. Da stirbt jemand aus der Familie heraus und du sitzt da und sagst nach einer kurzen Phase, jetzt aber weiter mit dieser Einsamkeit, ich kann noch einsamer werden, irgendwann bin ich dann der Einsamste unter den Einsamen, Einsamkeitsweltmeister quasi und die Tür geht nicht mehr auf, weil man verlernt hat, wie man eine Klinke bedient.

Aber ich bin nicht so ein krasser Typ, der so vor sich hin verwest, nein, meine überaus legere Art und Weise bugsiert mich an komische Orte, die manchmal mit Vergangenheit zu tun haben, z. B. war ich heute bei der Lesung von wem. Am Ende war es interessant. Ich trank Wasser, alle Bier und ich habe  versucht herauszufinden, wie Literatur funktioniert.

Ich habe ja sowas von keine Ahnung.

Dienstag, Dezember 19, 2017

Ich308

Hass & Panik bleiben manchmal übrig, wenn du gecheckt hast, dass deine Festgefahrenheit deine Idiotie begünstigt. Bin wohl einer von denen, die hohl an sich selbst scheitern, während der Rest Raumschiffe baut.

Montag, Dezember 18, 2017

Ich307

Ein Märchen

Es war einmal ein Gedanke, der war sehr haltbar, wurde für unsterblich gehalten und dominierte den Kopf eines Jungen für lange Zeit. Der Junge versuchte alles, um diesen Gedanken loszuwerden, weil es kein guter, sinnvoller Gedanke war, sondern ein destruktiver und ausbremsender. Er schlug seinen Kopf in rasender Besoffenheit an die Wand und der Gedanke blieb. Er las fast alle wichtigen Werke der Weltliteratur, aber der Gedanke blieb. Er aß im Ecstasytaumel Eierlikörsahne aus dem Arschloch einer Prinzessin, aber der Gedanke blieb. Ab und zu weckte ihn der Gedanke nachts auf und versuchte den Jungen zu erniedrigen. Er erkannte, dass es so nicht weitergehen würde. Auf einer Wanderung zu irgendeinem ominösen Typen, der ihm versprochen hatte, er könne jeden, wirklich jeden sich wiederholenden Gedanken töten, traf er einen Fuchs mit Sommersprossen. Sie tranken Schnaps und schliefen im Fuchsbau, wo er mit seiner Familie lebte. Nach dem Trinkabend stellte der Fuchs dem Jungen eine Frage: "Glaubst du echt, dass dir jemand helfen kann, der nicht du bist?" Der Junge überlegte eine Weile. 10 Jahre später meinte er: "Ich glaube nicht." Dann ging er nach Hause, wo der Gedanke schon auf ihn wartete. Der Junge fragte den Gedanken, was er hier wolle, doch der Gedanke schwieg schwierig. "Ich denke dich ungern", sagte der Junge zum Gedanken, worauf der Gedanke sein Gesicht verzog und ganz nachdenklich wurde. "Ich dachte immer, ich tu dir gut, aber es wird wohl besser sein, wenn ich Land gewinne, ohne ein Spekulant zu sein." Der Junge nickte, schlief ein und etwas in ihm starb. Der Gedanke wurde nie wieder gesehen.

Sonntag, Dezember 17, 2017

Ich306

Der einzig ever besoffen geschriebene Text ist dieser hier. Fußball. Katapult. Action. Revolution. Arschloch. Ich. Ende.

Samstag, Dezember 16, 2017

Ich305

Meine Damen und Herren, wir sind eine Sendung mit Hörerbeteiligung, deswegen jetzt in der Leitung Herr Bruhns aus Raesfeld.

Hallo.

Hallo.

Ja, ich wollte mal sagen, dass ich Ihre Sendung sehr gerne höre, ich bin etwas aufgeregt, entschuldigen Sie mich.

Nein, Herr Bruhns, das ist eine Sendung für unaufgeregte Menschen, bitte stellen Sie Ihre Frage oder verbleiben Sie irgendwo.

Ok, gut, also ich würde gerne vom Studioexperten wissen, was eigentlich passiert, wenn ein wichtiger Brief ankommt, man aber keine Hände hat, um ihn zu öffnen. Also man hat im allgemeinen schon Hände, gesunde sogar, aber beim Anblick dieses Briefes verkümmern sie. Was ist zu tun?

...

Ja, was kann ich tun? Ist es eine bewusste Reaktion? Soll ich Anstrengungen unternehmen, die es besser machen?

Herr, äh...

Bruhns, ein blöder Name, ich weiß. Mein Vater hat eine Tapetenfirma.

Experte: Ich sehe da wenig Chancen.

...

...

Klick.

Freitag, Dezember 15, 2017

Ich304

Als dann der Spaß explodierte, weil der Bass einsetzte und alle wie die Verrückten durch den Raum sprangen, war ich endlich wieder ich. Die Hölle hat einen Lichtschalter.

Donnerstag, Dezember 14, 2017

Ich303

Literatur ist auch nur ein Substitutiv für Suizid.

Mittwoch, Dezember 13, 2017

Ich302

S-Bahn, 6.50 Uhr. Die Stille. Die Gedanken. Ab und zu ein verkümmerter Huster. Durch die Dunkelheit geschossen. People Projektil. Jeder findet seine Zeit am Wichtigsten. Am Boden ein grünbrauner Haufen Rotz. Mehr sind wir nicht.

Dienstag, Dezember 12, 2017

Ich301

Mutmaßungen über DB

1. Fake, alles, als Gesamtheit, nichts echt.
2. Insgeheim ist er neidisch auf alle Poetry Slammer. (diverse Gründe, u. a. Texte und Bewegungen)
3. Isst Schwein, schlachtet selbst zuhause, mithilfe einer Schere und eines Hammers.
4. Hat keine Frisur, sondern was so aussieht, als wäre es eine Frisur sind herunterhängende Worte, die er nie ausgesprochen hat.
5. Liebt Suppe.
6. Hat noch nie selbst gekocht.
7. Ist natürlich homosexuell und hat sogar einen Wellensittich, der es auch ist.
8. Liebt gelbe Bekleidung, aber nicht öffentlich.
9. Hält sich einen Affen als Haustier. Gornals heißt er.
10. Kann eventuell das Alphabet auswendig.

Montag, Dezember 11, 2017

Ich300

Im Kino. Wasabinüsse. Schorle. Ein Film, der an der Oberfläche bleibt,weil er da komisch wird, wo er ernst werden könnte. Ich glaube, es ist meine Schuld.

Sonntag, Dezember 10, 2017

Ich299

Aufregung über das Wetter. Du und dein Zorn. Ballst die Faust und drohst dem Gott, der zurücklächelt als sei nichts. Und F. schaut das Video eines verhungernden Eisbären. Ja, so sind wir. Lieber Tiere beim Verhungern filmen, als uns fressen lassen. Lange Gespräche über den Trieb der Selbsterhaltung. Irgendwann Kuchen. Das Lachen der Bedienung wird zum Soundtrack des Untergangs.

Samstag, Dezember 09, 2017

Ich298

Du lachst, dabei ist es Dir nicht mal selbst passiert. Blablabla Blamage. Ey, und dann war ich noch bei Düsenjäger und war in diesem Kellerloch, auch emotional, dann war sie da und gelacht, als wenn was Gutes passiert sei, aber niemandem ist irgendetwas passiert.

Freitag, Dezember 08, 2017

Ich297

Sag Dinge manchmal zweimal. Nimm Abstand. Allerhand. Und dann Umarmungen, die nicht aufhören sollen und zwei, drei Tote im Kopf.

Donnerstag, Dezember 07, 2017

Ich296

Die Frage ist doch, als ich dich sah, wie geht das alles, wie kann man das machen, das alles, das es nicht so umständlich ist? Und wichtig wäre noch Schmerzminimierung.

Du bist schön und hast ein paar kluge Sachen erzählt. Scheinbar reicht das aus, um beim Aufwachen an dich zu denken. Ich stelle meine Einsamkeit nicht auf ein Podest, du redest die ganze Zeit vom Ficken und wunderst dich über dein erfülltes Leben. Ich wundere mich über dich.

Es passiert wie so häufig nichts. Jeder hat seine Membran. Keiner ein Werkzeug dabei, sie zu durchstossen.