Mittwoch, Dezember 13, 2017

Ich302

S-Bahn, 6.50 Uhr. Die Stille. Die Gedanken. Ab und zu ein verkümmerter Huster. Durch die Dunkelheit geschossen. People Projektil. Jeder findet seine Zeit am Wichtigsten. Am Boden ein grünbrauner Haufen Rotz. Mehr sind wir nicht.

Dienstag, Dezember 12, 2017

Ich301

Mutmaßungen über DB

1. Fake, alles, als Gesamtheit, nichts echt.
2. Insgeheim ist er neidisch auf alle Poetry Slammer. (diverse Gründe, u. a. Texte und Bewegungen)
3. Isst Schwein, schlachtet selbst zuhause, mithilfe einer Schere und eines Hammers.
4. Hat keine Frisur, sondern was so aussieht, als wäre es eine Frisur sind herunterhängende Worte, die er nie ausgesprochen hat.
5. Liebt Suppe.
6. Hat noch nie selbst gekocht.
7. Ist natürlich homosexuell und hat sogar einen Wellensittich, der es auch ist.
8. Liebt gelbe Bekleidung, aber nicht öffentlich.
9. Hält sich einen Affen als Haustier. Gornals heißt er.
10. Kann eventuell das Alphabet auswendig.

Montag, Dezember 11, 2017

Ich300

Im Kino. Wasabinüsse. Schorle. Ein Film, der an der Oberfläche bleibt,weil er da komisch wird, wo er ernst werden könnte. Ich glaube, es ist meine Schuld.

Sonntag, Dezember 10, 2017

Ich299

Aufregung über das Wetter. Du und dein Zorn. Ballst die Faust und drohst dem Gott, der zurücklächelt als sei nichts. Und F. schaut das Video eines verhungernden Eisbären. Ja, so sind wir. Lieber Tiere beim Verhungern filmen, als uns fressen lassen. Lange Gespräche über den Trieb der Selbsterhaltung. Irgendwann Kuchen. Das Lachen der Bedienung wird zum Soundtrack des Untergangs.

Samstag, Dezember 09, 2017

Ich298

Du lachst, dabei ist es Dir nicht mal selbst passiert. Blablabla Blamage. Ey, und dann war ich noch bei Düsenjäger und war in diesem Kellerloch, auch emotional, dann war sie da und gelacht, als wenn was Gutes passiert sei, aber niemandem ist irgendetwas passiert.

Freitag, Dezember 08, 2017

Ich297

Sag Dinge manchmal zweimal. Nimm Abstand. Allerhand. Und dann Umarmungen, die nicht aufhören sollen und zwei, drei Tote im Kopf.

Donnerstag, Dezember 07, 2017

Ich296

Die Frage ist doch, als ich dich sah, wie geht das alles, wie kann man das machen, das alles, das es nicht so umständlich ist? Und wichtig wäre noch Schmerzminimierung.

Du bist schön und hast ein paar kluge Sachen erzählt. Scheinbar reicht das aus, um beim Aufwachen an dich zu denken. Ich stelle meine Einsamkeit nicht auf ein Podest, du redest die ganze Zeit vom Ficken und wunderst dich über dein erfülltes Leben. Ich wundere mich über dich.

Es passiert wie so häufig nichts. Jeder hat seine Membran. Keiner ein Werkzeug dabei, sie zu durchstossen.

Mittwoch, Dezember 06, 2017

Ich295

Zwischen die Kakteen hat sie kleine Buddhastatuen gestellt. Alle gaffen mich an, als ich zum Fenster gehe. Einer sagt dann: Schon mal drüber nachgedacht was grad falsch läuft? Dauernd, sag ich. Und, meint Buddha, was ist das Ergebnis? Ich bleibe sprachlos. Die kleine Buddhafigur wächst und bietet mir einen Platz auf Ihrem Bauch an. Sie lacht. Ich kuschel mich in die Speckfalte, die erstaunlich gut riecht und schlafe ein. Der Traum endet damit, dass ein riesiger Schrank auf mich fällt. Und ich ein paar Jahre dafür verwende, alles aufzuräumen.

Dienstag, Dezember 05, 2017

Ich294

Da Literatur weder die Welt verändert, noch unangenehm beschädigt, ist es vielleicht doch Zeit einem Schießverein beizutreten.

Montag, Dezember 04, 2017

Ich293

Der Mensch verkümmert in seinen aktuellen Grenzen. Heute nur Perspektiven erschaffen. Sonst nichts gemacht.

Sonntag, Dezember 03, 2017

Ich292


Im ehemaligen Plattenladen dieser Stadt sind die Fenster verklebt. Dann doch eine Lücke. Man sieht einen Rollator, eine Mofa und diverse Fitnessgeräte. Der Boden ist voller Staub und Müll. Mehr muss man über diese Stadt nicht wissen.

Du sagst, gut läuft es, Freund gut, Kind gut und die Drogen passen zu deinem Lifestyle. Du drückst deine Brüste in meine Gegenwart. An deinen Augen sieht man, dass du viel weinst und dir Sorgen um die Welt machst. Partytaumel. Leider hab ich keine Zeit mehr zum Schreiben, lachst du. Ich berühre dich nicht. Mehr muss man über diese Stadt nicht wissen.

An der Bar. Was bist du fürn Tickmann, brüllt der Berufssoldat. Tickmann ist sein Wort für alles was ich bin und mache. Tickmann. Tickmann. Tickmann. Alle hassen mich, meint er. Zurecht, denke ich und sage: Schlimm. Morgen wieder Kaserne, freut er sich über Struktur. Er ist voller Hass und grummelt Plattdeutsches. Tickmann, brüllt er und nennt Kiste Bier Rahmen. Er spuckt. Ich höre zu. Mehr muss man über diese Stadt nicht wissen.

Die Simulation von Frohsinn. Dahinter Wahnsinn und Unsicherheit. Hier komme ich her. Ich rede über Musik und sehe klare Gesichter, die sich auf Weihnachten, Urlaub, die WM und das Ende freuen.

Samstag, Dezember 02, 2017

Ich291

Versuche seit Stunden nichts Negatives zu denken und fange beim ersten Hass von vorne an. Ich werde besser mit der Liebe. Kein Scheiß. Auf den Ohren Brian Wilson. Müde, alt und gut. Die Landschaft grau. Ich selbst dunkel angezogen, wie wenn man zur Beerdigung eines Clowns geht.

Freitag, Dezember 01, 2017

Ich290

Nicht ganz eindeutig. Dazu gibt es keine Formel. Unberechenbarkeit. Wenn Menschen, dann Menschen. Alles ist ein weites Feld, sagte der Bauer, als er auf seinem Acker erfror, weil dem Traktor das Benzin ausging und er immer noch dachte, dass er sich nicht verrechnet habe. Der Tod war anderer Ansicht, als er ihm die Lampen ausknipste. "Was für ein niedliches Wort doch Knipsen ist", sagte der Tod und machte seinen Job, der so einfach ist, dass ihn jeder machen kann. Nietzsche plärrt, dass Überzeugungen gefährliche Feinde der Wahrheit wären, als Lügen es jemals sein könnten.

Gräber werden ausgehoben. Heute und immer. Das schönste Grab ziert der Grabstein auf dem steht: "Ich habe immer Recht, Ihr Flockenficker."

Donnerstag, November 30, 2017

Ich289

In meinem Kopf ist ein Loch, spring ich rein, is schön da und dann bisse da und guckst und oben das Licht und unten da, wo die Dinge passieren, die passieren sollen, wenn man sich dafür entschieden hat, die Löcher in seinem Kopf gut zu finden.

Fühlt sich alles nah an, was passiert. Distanzlos los. Sowieso erstmal wieder losleben. Hab jetzt ne Zeit rumgestanden, wie etwas rumsteht, dass man eventuell wegzuschmeißen gedenkt und sich dann aber überlegt, dass es noch funktioniert und dann holt man das Gefühl aus der Garage und denkt sich, dass jemand Kluges mal gesagt hat, dass die beste Rache gegen den Stuhlgang der Welt ein sehr gutes Leben ist.

Das kann man machen. Auch der Arzt sagt, es wäre ok. Was die anderen sagen, weiß ich nicht, ich trage einen Kopfhörer und sterbe ein bisschen in die Musik hinein und immer, wenn ich an Orten bin, an denen eine Erinnerung hochklappt, bin ich ein Egoshooter und erledige sie. Bamm. Bamm. Bamm. Der Bass wummert. Herrlich egal, all das. Du und ich und die anderen.

In meinem Kopf ist ein Loch und da hole ich all die Sachen raus, die relevant sind, ab und zu ein neuer Gedanke. Ab und zu auch mal nichts. Heute: das hier!

Mittwoch, November 29, 2017

Ich288

Das ist der normale Scheiß. Hab meine Midlifecrisis verpasst. Häng fest zwischen Bahnhof und Bett. Immer das Konto im Blick. Die Beschwerdelosen gehen tanzen. Ich sitze auf einem Barhocker und sehe wie jeder, der auf einem Barhocker sitzt, extrem scheiße aus. Wieso gibt es eigentlich Barhocker? Damit man im Sitzen so groß wie im Stehen ist und aber eigentlich Sitzen will, weil Stehen nicht mehr geht?

Wenn man an seiner Erfolglosigkeit gemessen werden würde, ich hätte da was anzubieten. Jemand unterhält sich mit mir über Dekubitus und manchmal glaube ich, mein Herz hat Druckstellen vom ungefähren Beat.

Einige Dinge sind geil egal geworden und Du immer noch wichtig.

Dienstag, November 28, 2017

Ich287

Liebe und Leben und der Gesang darüber. Die Schauplätze der Allgemeinheit, wo jeder schon mal war. Wir sind Schauspieler in diesen Gegenden. Und alles klingt nach Nachsitzen in der Hamburger Schule und nach einer Schüppe voller Wahrheit, ausgehoben aus einem Loch voller Unbehagen.

Da ist der scheppernde Drang. Die Dringlichkeit in der Stimme. Dann schaut man sich sein Leben mithilfe dieser Lieder an. Vergleicht ein  bisschen an sich rum. Und der Drang und die Dringlichkeit und das Scheppern, das alles hört nicht auf.

Und die Fäuste und die lachenden Mädchen in den Armen ihrer bärtigen bärigen Beschützer. Und die, die verträumt an der Theke stehen. Und die, die auf der Stelle tanzen, sich in ein Loch tanzen wollen, die Flasche Astra im Anschlag. Wir fühlen uns alle super wohl. Morgen wieder Agentur. Heute noch ein zweites Bier. Ich trinke Apfelschorle und ganz in der Mitte will ich weinen, aber das betrifft nur mich. Es ist schön und es ist einfach. Vielleicht liegt es daran. Ich bewege mich in die Musik. Enthusiasmus liegt rum und an der Bar werden Weingläser poliert. Auf dem Nachhauseweg rauche ich nicht, weil der Weg viel zu kurz ist.

(Eindrücke von einem Matze Rossi Konzert im Bi Nuu am 27.11.2017)

Montag, November 27, 2017

Ich286

Ihr immer so mit Eurem Lebensgefühl. Steht rum, tragt Tüten, lacht über Konsenskomik. Immer versucht aus dem Ihr ein Wir zu machen: Ich! Aber manchmal geht es zu weit mit dem Gefühl und man verliert sich im Gewühl und konzentriert sich auf nichts mehr. 

Tragt Schuhe wegen Veganismus, küsst Fremde wegen is grad Zeit und esst die Welt leer. Bedürftig stehe ich da. Aber überall: Gefühle, die sich in Magengeschwüre verwandeln. Ich schlendere nachdenklich durch den Park. Überall klatschen Leute ironisch und bewegen sich in Klamotten, die gelb und unpassend sind und fahren sich durch Bärte und viel zu selten mal sehr weit weg, ohne zurückzukommen. 

Was ist mit meiner Selbstironie kaputt?

Sonntag, November 26, 2017

Ich 285

Manchmal bin ich ein total einfühlsamer Musikjournalist.
Musik

Samstag, November 25, 2017

Ich284

Sie sieht aus wie Paris im Frühjahr und ihre Stimme klingt wie Moskau im Regen. Ein schöner Kontrast. Sie spricht über Kunst und Bekleidung. Sie hört friedliche Musik und manchmal weint sie, wenn ihr Mann ihr Gedichte bei WhatsApp schreibt. Sie sitzt gerne in eine Decke gerollt vor dem Fernseher und spielt Sushi. Gestern ist sie aus der Gegenwart herausgestorben. Einfach so. Es ging schnell sagten alle. Als ob das was ändert.

Freitag, November 24, 2017

Ich283

Bei Sturm keine Demo, sagte er und schloss energisch seine Funktionsjacke. Das heißt, fragte ich, dass das Wetter der Revolution im Weg stehen könnte. Ja, meinte er, bei diesem Unwetter kann doch Gott weiß was passieren.

Donnerstag, November 23, 2017

Ich282

Der Zahnarzt ist genervt von meiner Zunge, die er durch eine Extrakraft beiseite schieben lassen muss. Die Extrakraft ist wunderschön, ist aber genervt von ihrem Job, der daraus besteht, meine krampfende Zunge mit einem Holzspatel zur Seite zu drücken. Ab und zu schaut sie mich an, als ob sie mich schlagen wollen würde, ich hingegen hätte gerne etwas Mitleid, aber dafür bin ich nicht schön genug.

Der Zahnarzt sieht in meinem Mund und lässt sein Genervtsein etwas grob heraus. Seine Bewegungen wirken etwas kantig. Aber er ist ein freundlicher Mann, der bei der Arbeit auch mal schwitzt und ansonsten gerne liest, wie er sagt. Historische Sachbücher, um Dinge zu verstehen, sagt er. "...", sage ich und er erzählt mir von seinen letzten Erkundungsreisen. Das Geräusch, wenn der Bohrer auf den Zahn trifft, um ihn zu glätten halte ich nur wegen seiner sanften Erzählstimme aus. Bzzzzzüüüüürrrrrggggghhhhhkrrrrrschschsch macht es und mein Kiefer krampft. Die Sprechstundenhilfe hat blau tattoowierte Arme, auf denen sich Phantasietiere tummeln. Ich glaube, das Leben ist gut hier und es macht ja auch Sinn, dem Schmerz etwas entgegenzusetzen, zum Beispiel Schmerz. Und Angst. Ich schwitze, der Arzt schwitzt, wir beide machen was durch miteinander.

Auf dem Zahnarztstuhl sehe ich immer aus wie ein ängstlicher Junge, vor dessen Augen sein bester Freund mit einer Motorsäge zerteilt wird. Immer Entsetzen in der Fresse, die ganze Zeit versuche ich mimisch mitzuteilen, ob es nicht auch sanfter geht, was da geschieht. Bzzzzzüüürrrrggggckckckck, Ckckck. Schrmmmm. Schrrrrieieieieieieh. Bzzzzzüüüüüüüürrrrrggghhhhhkrrrrrrrschschsch. Usw. Alles Noise, keine Sekunde Entspannung. Fuck. Zum Glück ist alles ok im Mund, nur ein bisschen Zahnstein. Als ich die Praxis verlasse bin ich einen Moment lang sehr, sehr glücklich. Draußen Regen, das Glück bleibt. Ich habe Himbeeren im Kühlschrank.


Mittwoch, November 22, 2017

Ich281

Manchmal möchte ich ein Hase sein. In einem Loch im Boden wartet meine Familie. Der Rest ist Welt und weit und niemand würde mich mit verschissenen Deadlines und schlimmer Literatur nerven.

Dienstag, November 21, 2017

Ich280

Deutschlandfunk Kultur und ich wachen derzeit jeden Morgen gleichzeitig in meinem Büro auf. Sie säuselt politisch und kulturell und ich bin immer müde. Leute rufen an. Leute mit Meinungen. Reden wir über Krisen. Dann Gespräch über eine Krise. Charlotte Gainsbourg singt. Ich und Kaffee hören genau zu.

Ich verliere jeden Bezug zu Morrissey. Wenn Eure Freundin scheiße labert, ihr sie aber liebt, aber sie unnachgiebig weiter verbal kotet, muss man Konsequenzen ziehen. Aber ich liebe sie. Will, dass sie sich auf meine Bettkante setzt und mir was Schönes sagt. Aber was nützt eine schöne Stimme, wenn sie gegen mich und meine Freunde wütet.

Ich habe Morrissey eine Email geschrieben. Ich glaube nicht, dass er mich als Fan verlieren will. Wenn doch, ist das seine Entscheidung und ich werde ihn laufen lassen.

Montag, November 20, 2017

Ich279

Ach lass ab von den Gedanken, an das schönste aller möglichen Lächeln. Sei ein Bahnhof. Lass Dich anfahren. Sei kein Zug. Es wird Winter. Kauf Vorräte. Und Bücher. Vielleicht sieht man sich im Frühjahr. Halb verschimmelt. Mit bisschen weniger Restleben als zuletzt. Oder nie.

Sonntag, November 19, 2017

Ich278

Je eindeutiger du dich positionierst, desto sicherer fühlst du dich. Ich bin seit Jahren unsicher und weiß auch nicht, ob Konkretheit das Leben verbessert. Ich antworte mit Literatur auf komplexe Fragen, ich antworte auf die Frage, wie es mir geht mit Weiß nicht, weil es stimmt. Manchmal spreche ich über Liebe, manchmal spricht Liebe über mich.

Ich lese eine Biographie über Ulrike Meinhof und bin beeindruckt. Wenn Radikalität deinen Lifestyle bestimmt, musst du immer Recht haben. Wer hat schon immer Recht? Wer ist so anmaßend?

Samstag, November 18, 2017

Ich277

Dieser Blog ist so ein bisschen wie eine Radiosendung ins Nichts. Ein paar letzte Funksprüche aus dem Weltuntergangsgebiet. Ich weiß nicht wen ich erreiche und was ich auslöse und vermute auch, dass es egal ist. Diese Angelegenheit ist ein Geschenk für den Gebührenzahler, der Bücher kauft und ab und zu Literatur zwischendurch snacken will. Ein Angebot, zu dem man Ja sagen kann.

Der Leser kann aber lediglich anhand dieses Blogs überprüfen, ob meine Vitalzeichen noch dergestalt funktionieren, dass meine Fingermotorik geht. Ich bin ein altes Fahrrad, mit dem man jeden Tag einmal in die Stadt fährt. Man kauft nichts. Man guckt nur. Dann stellt man es zurück und hofft hoffentlich steht es da morgen noch. Fahrraddiebe hat man in der Steinzeit erhängt. Isso.

Freitag, November 17, 2017

Ich276

Ich habe zu deinem Hass keinen Zugang. Ich höre Abba zum Frühstück. Take a chance. Take a chance. Usw. Ich will niemandem seine Dummheit vorwerfen, muss aber nicht an jeder teilnehmen. Und die Gegend strahlt auf die Leute. Kunstfeindschaft. Intelligenzfeindschaft. Der Hackbraten ist günstig gewesen und die kleine Schwester kriegt es heute noch zu hören, 60 Jahre später: Du bist Scheiße. Jemand fährt Gülle und jemand will, dass ich mich zu irgendwas äußere. Alle sind souverän und scheitern. Dummheit und Hass brennen und ich kann keinem erklären, dass das alles eine Einbahnstraße ist, auf der ich ungern unterwegs bin. Ich drehe Abba lauter und zwei bisschen durch. Bin unausgereift. Unausgeschlafen. Zu viele schreiende Stimmen. Take a chance. Take a chance.

Donnerstag, November 16, 2017

Ich275

Ein neues Badezimmer. Strahlt mich unschuldig weiß an. Ich traue mich kaum, mich zu waschen.

Bin auf der Reise. Fahre durch ein paar Orte meiner Kindheit. Auf dieser Treppe hab ich wen geküsst. Diesen Mülleimer hab ich angezündet. Dieser Wald kennt mehr meiner Sorgen als manch Angehöriger.

Mein Geburtsort tut so, als sei er schlau und schön. Aber er kann, wie ich, seine bäuerlichen Anteile nicht verbergen.

Mittwoch, November 15, 2017

Ich274

Ich korrigiere meinen Roman. 
Es ist einfach, denn er ist nicht gut
Deswegen korrigiere ich ihn, 
weil er nicht gut ist, 
aber gut werden soll. 

Den ganzen Tag mache ich
die Vergangenheit zur Gegenwart. 
Draußen regnet es und ich gehe
nur raus und kaufe eine Cola. 
Ich gehe ungefähr 4000 Schritte spazieren. 

Ich würde auch so gerne andere Sachen korrigieren. 
Aber das kann
ich
nicht. 
Irgendwas geht mich spazieren und eine Cola kommt
und kauft mich. Ich werde dann merkwürdig passiv. 
Und unterzuckert. 

Den Rest erledige ich irgendwann. 
Der Rest erledigt mich irgendwann. 

Dienstag, November 14, 2017

Ich273

Ich freue mich.
Einfach so.
Dach.
Nahrung.
Draußen irgendwas.
Eine Stadt.
Buch.
und was für eins ...

Lese grad was, was mich verändert, was auch mein Schreiben verändern wird.
Was mich lustiger macht. Also nicht lustig
Komisch, dass Literatur das kann.
Hab es mit Menschen versucht und Drogen und Kombinationen und dann kommt so ein Buch und verändert meine Wahrnehmung. 620 Seiten sind kein Fingerschnips. Man musste es sich erarbeiten. Erarbeitet sich noch jemand Bücher? Oder schmeißt man sie weg, wenn sie einen belasten? Gibt sich noch einer Mühe, in der Sprache irgendwelche Feinheiten zu suchen.

Hab meinen Kamin angemacht. Holz flüstert. Ich habe keinen Kamin. Holz schweigt.

Das ist ganz gut.

Ich schließe mit einem Witz. Wohin gehen Hühner zum Biertrinken?






























In die Eggkneipe.

Applaus.
Danke.
Abgang.